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12.10.2004: Das kleine Mädchen und die Maschinenpistolen
Thommy Gun Es war ein eiskalter Winterabend, der Kalender neben der Bürotür zeigte den 3.1.1999, Chicago war in eine weißen Neuschneedecke gehüllt...

Jim Guthrey nahm den guten Malt Whisky aus seiner Schreibtischschublade und stieß auf den mysteriösen Mann an, der gerade sein Büro verlassen hatte und ihm seine nächste Monatsmiete in Form eines Auftrags gesichert hatte. Ein gewisser Pater Demerius hatte wohl mit seiner Haushälterin nicht nur den Mittagstisch geteilt. Er sollte Fotos liefern. Wieder so ein Scheißjob, dachte Jim, aber Hey!, wer fragt schon, wenn das Büro den nächsten Monat wieder warm sein würde und er der guten Janet im Vorraum mit einem Scheck über einen Teil des ausstehenden Lohnes wieder ein Lächeln in das Gesicht zaubern könnte.

Er öffnete die andere Schublade, schnappte sich seinen Colt und die kleine Kamera, und ging los. Draußen fluchte er über seinen alten verrosteten Wagen, der mangels Benzin schon länger nicht mehr bewegt worden war und nun unter der Schneedecke kaum noch zu erkennen war. Als er über die Straße schaute, sah er einen Mann mit einem grauen, teuren Mantel die Straße entlang gehen. Hey, der Tag wurde immer besser, er erkannte in ihm den besagten Pater Demerius. Er heftete sich unauffällig an die Fersen des Geistlichen, der sich offenbar auf dem Weg in die nahe gelegene Nudelsuppenküche befand, die er selber gerne besuchte, wenn er mal ein paar Nickel übrig hatte. Wie zufällig traf sich der Pfaffe vor der Tür der Nudelbar mit einer Frau. Leider sah sie nicht wirklich wie eine Haushälterin aus, sie war eher gekleidet, als wenn sie von einem Bürojob kommen würde. Dies würde kein brauchbarer Schnappschuß werden, dachte sich Jim, und ließ seine Kamera zurück in die große Tasche seines Trenchcoats gleiten. Als die beiden in der Nudelbar verschwanden, zog er seinen Hut tiefer ins Gesicht als Schutz vor dem eisigen Wind, überquerte die Straße und fand sich kurz darauf in der Nudelsuppenküche wieder.

Hey, das alte Schlitzauge Kioto hatte seine Bar umdekoriert, alles sah nach 40er Jahren aus, nicht mehr so asiatisch, wie er das von frühere Besuchen her kannte. Die Stimmung war irgendwie merkwürdig in dem Raum, aber irgendwie passt diese Dekoration ja auch eher zu einem Nachtclub, als zu einer asiatischen Nudelküche, dachte Jim bei sich. Die Bürolady sprach gerade mit einem kleinen Mädchen, das ihr offenbar ihr neues Kleid vorführte, der Pfaffe stand mitten im Raum und betrachtete sichtlich erstaunt die Inneneinrichtung. Es sah nicht so aus, als wenn die beiden tatsächlich zusammen gehörten, aber sicher konnte man da nicht sein.

Plötzlich krachte die Tür zur Straße auf und zwei ungemütlich drein schauende Kerle standen in der Öffnung. Ihr ungemütlicher Eindruck wurde noch verstärkt durch die Maschinenpistolen, die sie in den Händen hielten, die irgendwie nach 20er Jahre Modellen aussahen. Nun ging alles ganz schnell: Der Pfaffe warf sich auf den Boden, die Bürolady rannte in die Küche und Jim machte einen mächtigen Hechtsprung hinter den Tresen, den Kaugummiautomaten mit sich reißend und die eine Hand schon an dem Colt in seinem Trenchcoat, da ließen die beiden Typen auch schon ihre Knarren sprechen. Als das bleierne Stakkato verstummte, zog Jim seinen Trenchcoat von seinem Gesicht mit dem er sich vor dem Mörtel geschützt hatte, der prasselnd von der Wand hinter dem Tresen durch die Einschläge gefallen war. Er und sein Colt blickten in das Gesicht eines asiatischen Angestellten, der den Colt mißverstand und Jim auf die Nase boxte. Der Schlag war lächerlich, Jim konnte das besser und bewies es dem Schlitzauge, dessen Nase deutlich vernehmbar knackte und das Gesicht zu einer grotesken Grimasse entstellte. Der Asiate heulte auf und zog sich zurück. Jim lugte vorsichtig hinter dem Tresen hervor, eine Salve Blei erwartend, aber die beiden Gangster waren weg. Überhaupt war alles anders, die Nudelküche sah wieder asiatisch aus wie früher, die noble 40er Jahre Einrichtung war verschwunden. Nur der Pfaffe lag noch auf dem Boden und die Bürolady blickte ängstlich durch die zum Spalt geöffnete Küchentür. Durch eben diese kam nun auch das alte Schlitzauge Kioto herein, durch das Geschrei seines Angestellten angelockt. Die vier besprachen das eben gesehene bei einer Flasche Whisky am Tresen...

- Wieder ein geiler Hunter-Abend bei Klaus, bei dem Jim seinen Wagen in Flammen aufgehen und sein Büro in Schutt und Asche gelegt sehen sollte, sowie weitere Begegnungen mit den MP-Gangstern erleben würde, die wie das kleine Mädchen aus der Nudelküche aus dem Nichts auftauchten und in eben diesem auch wieder verschwanden. Er löste zusammen mit Kioto, Demerius und der Bürolady, die eine Leichenbeschauerin war, einen mysteriösen Fall um ein Mädchen, das in den 40er Jahren bei einer Mafia Schießerei ums Leben gekommen war, und nun keine Ruhe finden konnte und deren Mörder inzwischen geläutert täglich Blumen an ihr Grab brachte.

Hat wieder verdammt viel Spaß gemacht und es war diesmal ganz anders, als das letzte Mal. Diesmal war es weniger Splatter (niemand wurde getötet), sondern viel mehr Investigation. Sehr geil, die Charaktere verschwinden erst einmal in der Schublade für weitere Abende mit Einzelabenteuern. Den Privatdetektiv Jim Guthrey hatte ich mir eigentlich für ein Einmal-Abenteuer gebaut, aber irgendwie machen mir diese extrem platten Stereotypen in diesem Umfeld echt Spaß, ich glaube, ich werde den das nächste Mal dann einfach wieder beleben..
edit

c o m m e n t s
13.10.2004: Kleines Mädchen
Duhu Onkel wie findest du mein Kleid?!?
13.10.2004: Jim Guthrey
Scheisse!!!
13.10.2004: Kleines Mädchen
Uähhhhhhhhhh das sagt man nicht.....
13.10.2004: 2 sec später
Blam! Blam! Blam!
13.10.2004: Watcher
Für diese Szene danke ich euch Grischa & Klaus.......
13.10.2004: Grischa
Grischa sagt:
Jim sagt: Man darf doch auch mal genervt sein, wenn einem das Auto zerschossen wurde und die Zerstörung des eigenen Büros kurz bevor steht..
13.10.2004: Grischa
P.S.: Durch wessen Augen hat denn der "Watcher" geschaut? ;-)
13.10.2004: Klaus
Coole Erzählung. wäre toll gewesen, wenn Du alles im anfänglichen Stil geschrieben hättest... aber das frisst ja alles soviel zeit...
14.10.2004: Nina
Ja, war ein sehr cooles Spiel! Hätte nichts gegen ne Fortsetzung einzuwenden: auf in den Kampf mit Nokia und Knochensäge ...
14.10.2004: Grischa
@Klaus: Hat total Spaß gemacht, den Bericht in diesem Stil zu schreiben, aber es wäre wahrscheinlich ein kleiner Roman geworden, das hätte das Format hier deutlich gesprengt. Hatte ich ursprünglich zwar tatsächlich vor, aber als ich gesehen habe, wie viel man in dem Stil bis zum ersten Zusammentreffen der Hunter schreibt, habe ich's aufgegeben.
@Nina: Von mir aus gerne! Ich finde dieses Genre enorm ansprechend.
15.10.2004: Watcher
Wir Watcher sind abgezogene Energien aus dem Astralraum (Shadowrun) wir werden für "Magische Botengänge" benutzt

Na ? Wer könnte dies wohl sein?ich kann übrigens auch mittwoch,obwohl ich mich noch um meinen kanarienvogel kümmern müsste....
15.10.2004: Dirk
@ klaus ich bin und bleibe ein Vampireplayer,und spiele Hunter in der Hoffnung einmal einem Vampir begegnen zu dürfen, als Mortal...gibt es eigentlich auch eine Charakterklasse für Todessehnsüchtige oder sind das einfach nur die Märtyrer?!?
15.10.2004: Klaus
@Dirk: Vampire... ;) Kommen in der World of Darkness vor... ... und Todessehnsucht ist die Endstufe von HunterCharakteren. Wobei Märtyrer mehr auf dieser dünnen Grenzlinie leben als andere.
15.10.2004: Octavio
Weitermachen ! Ja, ja, gut Idee. Das läßt sich ja immer ganz gut einschieben, so wie die Storys waren. Macht richtig Spass. Auch mit unserer neuen Verstärkung! @Nina: Gerne werde ich dich auch zu Spielen einladen, die ich hin und wieder meistere. Deine E-Mail habe ich von Dirk.
15.10.2004: Nina
Klar, gerne!
15.10.2004: Grischa
@Watcher: Du bist also jemand, der gerne Shadowrun spielt.. Uhmm.. Äh.. Wer könnte das wohl sein, da ist mir in meinem Umfeld noch keiner aufgefallen..
- An sonsten: Boah, Mist! Fable hat mir meine letzte Nacht geraubt, ich bin erst um 8 ins Bett gekommen.. Dreck.. Wie bescheuert..

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